Product Placement – oder die Kunst sich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu präsentieren


James Bond hat immer eine Idee. Keine Situation ist ausweglos, wenn der 007-Agent damit zu tun hat. Selbst wenn er einmal in die unangenehme Situation geraten sollte, aus 10.000 Metern Höhe ohne Fallschirm in die Tiefe zu stürzen, wird ihm etwas einfallen. Die Fans von James Bond lieben ihn vor allem wegen einer Eigenschaft: Er hat immer eine Idee. Die Werbeindustrie hat auch immer Ideen. Eine davon war die Entwicklung von Product Placement. Und damit sind wir wieder beim Geheimagenten James Bond. Der warb schon im Jahr 1984 mit diversen Markennamen, als er in „“Im Angesicht des Todes“ auf Verbrecherjagd ging.

Product Placement – Im Angesicht der Marken

Bei James Bond kam jeder zu seinem Recht. Roger Moore warb damals mit Seiko-Uhren, Bogner-Wäsche, mit Koffern von Louis Vuitto und natürlich mit Autos. Damals war es das Unternehmen Renault, das den Zuschlag erhielt. Später war es der Aston Martin. Es folgten diverse andere Automarken, die etwas vom Kuchen beim Product Placement haben wollten. Doch Product Placement ist weit älter als James Bond. Er war es aber letztlich, der daraus eine globale Angelegenheit machte. Die ersten Ansätze gab es schon in den 30er Jahren. Schon damals hatten die Filmproduzenten das Problem, dass die Kosten gesenkt werden mussten. Und so wurde schon in frühen Jahren Product Placement betrieben. Was heute englischsprachig und mit einem Hauch von Eleganz daherkommt, hieß in Deutschland früher „Schleichwerbung“ und war alles andere als beliebt. Die Fernsehserie „Lindenstraße“ musste sich heftige Kritik gefallen lassen, als sie für Nesquik warb. Heute ist so etwas kein Thema mehr. Product Placement ist von den Fernseh- und Kinozuschauern längst als etwas Selbstverständliches angenommen worden. Und darin liegt auch die Chance des Product Placements.

Viel Arbeit, viel Ertrag, wenig Kontrolle

Wer Product Placement betreiben will, muss sich im Klaren darüber sein, dass damit viel Planung und Vorarbeit verbunden sind. Man muss sich zunächst über die Zielgruppe einig sein, man muss wissen, in welchen Programmteilen man Product Placement nutzen will. Und man muss sich natürlich mit den Werbepartnern einigen. Allein das ist schon eine Herausforderung. Man kann jedoch daran wachsen.
Entscheidend ist die Zielgruppe. Wer Product Placement für junge Mode machen will, der sollte vielleicht über Serien wie „Marienhof“ oder „Verbotene Liebe“ nachdenken. Es sind vielfach Jugendliche und junge Erwachsene, die diese Serien mit Vorliebe anschauen. Allerdings ist die Sache nicht ganz so einfach, denn verlassen kann man sich darauf nicht. Zum einen gibt es eine große Gruppe Zuschauer, die ebenfalls Gefallen an den Geschichten der Menschen bei Marienhof und Co haben. Die interessieren sich aber möglicherweise nicht für junge Mode. Zum anderen verändern sich die Fernsehgewohnheiten von jungen Menschen immer wieder. Vielleicht gibt es in einem halben Jahr eine neue Serie im Fernsehen, von der jetzt noch kein Mensch weiß. Und vielleicht entwickelt die sich zum absoluten Kult unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Gefahr der Streuverluste ist also durchaus gegeben. Hinzu kommt, dass man kaum Möglichkeiten hat, den Erfolg auch wirklich zu messen, der sich durch Product Placement ergibt. Das allerdings ist wohl eher für Freunde von Statistiken entscheidend, denn wenn sich die Umsätze nach dem Product Placement um ein Vielfaches erhöhen, ist die Frage nach Streuverlusten oder Statistiken wohl doch eher zweitranig.

Der Kostenfaktor bei Product Placement

Das ist ein brisantes Thema. Weder Unternehmen noch Produzenten sprechen gern darüber, wie viel Geld für Product Placement ausgegeben wird. Besonders die Unternehmen, die Product Placement betreiben, wollen nur ungern, dass bekannt wird, was Sie für ihre Aktionen zahlen. Sie fürchten Imageschäden und schlechte Presse.
Alles in allem ist der Preis für Product Placement Verhandlungssache. Und er hängt natürlich davon ab, wo die Werbung stattfindet. Wer Product Placement im Spätprogramm macht und es mit Schauspielern und Regisseuren zu tun hat, die nur wenig bekannt sind, kann regelrechte Schnäppchen ergattern. Je bekannter Schauspieler, Regisseure, Filme oder Serien werden, desto teurer wird es also. Und wer sich für Product Placement im nächsten James Bond interessiert, der wird schon reichlich tief ins Portemonnaie greifen müssen. Das ist eine andere Liga.